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	<title>Texte - Neubert Malerei</title>
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	<description>Ursula Neubert</description>
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	<title>Texte - Neubert Malerei</title>
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		<title>COEXISTENTIA Auszug aus der Einführungsrede von Jutta Saum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flores]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 14:50:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>... <a title="COEXISTENTIA Auszug aus der Einführungsrede von Jutta Saum" class="read-more" href="https://www.neubert-malerei.de/coexistentia-auszug-aus-der-einfuehrungsrede-von-jutta-saum/" aria-label="Mehr Informationen über COEXISTENTIA Auszug aus der Einführungsrede von Jutta Saum">weiter lesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf gemeinsamen ausgedehnten &#8211; meist schweigend geteilten Streifzügen &#8211; entdeckt Ursula Helene Neubert gewachsene Farbklänge in der Natur, wobei die Zartheit und Vielgestaltigkeit der Vegetation und das schier unendliche Farbspektrum ihr als Inspirationsquelle für ihre Malerei dienen. In den hier ausgestellten aktuellen Arbeiten kann man den naturnahen Bezug zwar noch erahnen, aber sie haben sich fast vollständig zu reiner Farbmalerei gewandelt, bei der die Farbe zur autonomen Kraft wird. Hier ist die dienende Funktion der Farbe, etwas Gegenständliches abzubilden, aufgehoben. Farbe behauptet sich als eigene Wirklichkeit im Bild. als Wiederschein der erlebten Welt. Im ergebnisoffenen Prozess erforscht die Malerin das Zusammenwirken von Farbtönen, balanciert Kontraste aus und schafft orgiastische Farbkompositionen von explosiver Kraft, die sich in den Raum hinein zu entladen scheinen. Es ist kein geplantes Vorgehen, sondern ein intuitiver Malprozess, bei dem sich Ursula Helene Neubert an komplexe Farbsetzungen herantastet, um ein spannungsreiches Gleichgewicht zu schaffen. Was so leicht und luftig aussieht, basiert auf einer Vielzahl von Entscheidungen, die sich manchmal über mehrere Wochen hinziehen, aber mit dem ersten Strich auf der Leinwand beginnen. Opakte Flächen stehen neben transparenten Partien &#8211; Überlagerungen neben Durchblicken &#8211; Verdichtung neben Auflockerung, unterschiedliche Farbwerte lassen Partien optisch nach vorn oder weiter nach hinten treten und bauen so Farbräume auf. Die Malerei wächst, erblüht, sprießt als Referenz auf Natur. Diese Bilder sitzen nicht still in der Ecke, sondern sind lebendig wie die Natur selbst. Es gibt kaum etwas, in dem sich Individualität besser ausdrücken lässt als in Farbe. Sie ist die sinnliche, körperliche Materie, mit der die Malerin in direkten Kontakt tritt: Tempo und Bewegung vor dem Bild hinterlassen ihre Spuren auf dem Bild, der Duktus verzeichnet seismografisch die Dynamik seiner eigenen Entstehung. Farbe wird dabei &#8211; jenseits gefälliger oder konventioneller Farbharmonien &#8211; zum Träger emotionaler Gestimmtheiten und zum wesentlichen Ausdruck der Bilder.</p>
<p>Nicht zuletzt hat Ursula Helene Neubert spürbar auch Freude an der Malerei selbst. Gibt man sich ganz ihren Bildern hin, schwelgt man in einer Atmosphäre der Heiterkeit und des Trostes und spürt hautnah die belebende Wirkung des sinnlichen Erlebnisses, das sich immer noch aus der Natur speist und gleichzeitig die Wertschätzung der Malerin für die Natur wiederspiegelt.</p><p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/coexistentia-auszug-aus-der-einfuehrungsrede-von-jutta-saum/">COEXISTENTIA <br><em>Auszug aus der Einführungsrede von Jutta Saum</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Vom Schauen und SehenÜberlegungen von Wulpekula Schneider Martens</title>
		<link>https://www.neubert-malerei.de/vom-schauen-und-sehenueberlegungen-von-wulpekula-schneider-martens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Flores]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 14:45:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>... <a title="Vom Schauen und SehenÜberlegungen von Wulpekula Schneider Martens" class="read-more" href="https://www.neubert-malerei.de/vom-schauen-und-sehenueberlegungen-von-wulpekula-schneider-martens/" aria-label="Mehr Informationen über Vom Schauen und SehenÜberlegungen von Wulpekula Schneider Martens">weiter lesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/vom-schauen-und-sehenueberlegungen-von-wulpekula-schneider-martens/">Vom Schauen und Sehen<br><em>Überlegungen von Wulpekula Schneider Martens</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Malerei ist in erster Linie eine Kunst des Sehens, da sie mit ihren Farben und Formen vor allem die Augen anspricht. Das Sehen ist eng verknüpft mit dem Prozess der Erkenntnis, man möchte etwas mit eigenen Augen sehen, um es zu begreifen und gleichzeitig sieht man oft nur das, was man kennt, wofür man Begriffe gebildet hat. Wirklich Neues nimmt man also eher an den Stellen wahr, wo etwas aus der Gewohnheit tritt: im Staunen, nicht sofort einordnen können, der Neugier oder sogar in der Irritation. Willi Baumeister schreibt in „Das Unbekannte in der Kunst“ über den Unterschied von Schauen und Sehen. Ist das Sehen ein fokussierender, zweckhafter, rational erkennender Vorgang, so schweift im Schauen der Blick, löst sich vom nutzgebundenen, geübten Erfassen und ertastet sehend die Welt. Mit ihrer</p>
<p>Materialität und Farbigkeit laden die Bilder von Ursula Helene Neubert gerade dazu ein, die Qualitäten des scharfen Sehens und offenen Schauens zu entdecken. Die Malerin nimmt die Betrachtenden mit in ihre Sichtweise der Dinge, in das Reich der Pflanzen, Blüten und Blumen am Wegesrand und in den Prozess des Werdens und Vergehens. Dieser Blick ist einerseits so alltäglich vertraut und doch kann man die Natur in Neuberts Bildern in vielen Sehweisen erforschen: schauen, blicken, betrachten, sehen, den Blick schweifen lassen und wieder fokussieren: mal erkennt man klare Blütenformen und dann lösen sie sich wieder auf in eine reine Farberscheinung. Es ist ein Spiel von Gegenständlichkeit und Abstraktion, von Bild und Grund, von Linie und Fläche, von Leuchten und Scheinen. Neuber schätzt die freie, experimentelle Arbeit mit dem reinen Farbpigment und das Mischen der Eiöltempera. Das Malen beginnt schon im Prozess des Farbemischens.</p>
<p>Der Bildträger aus Jutestoff verbirgt in seiner Verwendung seine Herkunft aus der Pflanzenwelt nicht und wird wesentliches Gestaltungselement in der Malerei. So blitzt sein belassener, nur teilweise mit Grundierfarbe umschlossener Farbton immer wieder zwischen den leuchtenden Farbflecken hervor. Der Bildgrund schwebt mit etwas Abstand vor der Wand und wird so in seiner Objekthaftigkeit betont. Die offenen Bildkanten mit ihren Fasern nehmen Kontakt mit der Wandfläche und dem Raum auf und es entsteht ein fragiler, zarter Eindruck der im Gegensatz zu dem an sich rauen Gewebe und der kräftigen Farbflächen steht. Betrachtende finden in den Bildern einen Dialogpartner, man steht sich gegenüber; tritt man nah heran, wird man klein wie ein Insekt und taucht ein die bunte Blütenwelt, nimmt man Abstand, so erfasst der Blick das Ganze, folgt den Linien und Flächen bis in die zarten Fransen an den Bildrändern.</p>
<p>Sehen lernen im Schauen! Diese Bilder laden immer wieder neu dazu ein! Wulpekula Schneider-Martens, 2022</p><p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/vom-schauen-und-sehenueberlegungen-von-wulpekula-schneider-martens/">Vom Schauen und Sehen<br><em>Überlegungen von Wulpekula Schneider Martens</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wat sull dat bedöe?  Aus dem Vortrag von Jutta Saum</title>
		<link>https://www.neubert-malerei.de/wat-sull-dat-bedoee-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Flores]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 16:43:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.neubert-malerei.de/?p=460</guid>

					<description><![CDATA[<p>... <a title="Wat sull dat bedöe?  Aus dem Vortrag von Jutta Saum" class="read-more" href="https://www.neubert-malerei.de/wat-sull-dat-bedoee-2/" aria-label="Mehr Informationen über Wat sull dat bedöe?  Aus dem Vortrag von Jutta Saum">weiter lesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgangspunkt ist bei<strong> Ursula Helene Neubert</strong> die Naturerfahrung. Auf ausgedehnten Streifzügen sammelt sie schon seit einigen Jahren bunte Blüten, die sie am Wegrand aufliest und auf einem Armreif aus Kreppband aufklebt. In der Länge ausgebreitet präsentiert sie sie nun fein säuberlich verortet und datiert unter sterilem Plexiglas. So aus ihrem Kontext gerissen, fast wie Präparate einer botanischen Sammlung aufbereitet, fokussiert sich der Blick intensiver auf die Zartheit und Vielgestaltigkeit der Blütenblätter und deren Farbigkeit. Feiert sie hier die Schönheit der Natur, die wir sonst leicht übersehen, so findet ihre eigene Zwiespältigkeit darin Ausdruck, dass sie in einem ganz anderen Medium, nämlich in schriftlichen Tagebucheintragungen im Stil einer sachlichen Nachrichtenmeldung, an die Auswirkungen der schleichenden Umweltzerstörung durch den Menschen erinnert. Entwicklungstechnisch und kulturell haben wir uns längst von der Natur entfernt, obwohl menschliches Leben daraus hervorgegangen ist. Selbst Produkt dieses Systems zu sein und gleichzeitig Bewusstsein zu erlangen, macht es zwar möglich, die eigene Isoliertheit im Gefüge zu reflektieren, dennoch wird Natur paradoxerweise nur als etwas, das außerhalb von uns existiert, gedacht.</p>
<p>Gegen die Empfindung des Abgetrenntseins von der Natur setzt Ursula Helen Neubert in ihrer Malerei eine orgiastische Farbenpracht, der man sich nicht entziehen kann. Förmlich hineingesogen wird man in den farbigen Kosmos, den sie auf grobem Jutegewebe pflanzlicher Herkunft entfaltet. Die Farbe wird hier zur autonomen Kraft und löst sich mehr und mehr von gegenständlichen Bezügen, auch wenn man noch einzelne Blütenformen zu erkennen glaubt. Gibt man sich ganz der explosiven Farbigkeit hin, schwelgt man in einer Atmosphäre der Heiterkeit und des Trostes. Bewusst hat die Malerin die Intensität der Töne auf die Spitze getrieben, erreicht durch individuelles Anmischen von Pigmenten und Eiöltempera eine Wirkung, die ihre Malerei scheinbar von der Wand in den Raum katapultiert. „Es ist ein bisschen wie Kochen, ich muss genau abschmecken, damit der richtige Geschmack herauskommt“, sagt Ursula Helene Neubert und macht damit deutlich, wie wichtig ihr die belebende Wirkung des sinnlichen Erlebnisses ist.</p><p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/wat-sull-dat-bedoee-2/">Wat sull dat bedöe?  <br><em>Aus dem Vortrag von Jutta Saum</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Blumenpfad Ein Essay von Inge Harms</title>
		<link>https://www.neubert-malerei.de/auf-dem-blumenpfad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Flores]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 May 2021 18:12:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.neubert-malerei.de/?p=340</guid>

					<description><![CDATA[<p>... <a title="Auf dem Blumenpfad Ein Essay von Inge Harms" class="read-more" href="https://www.neubert-malerei.de/auf-dem-blumenpfad/" aria-label="Mehr Informationen über Auf dem Blumenpfad Ein Essay von Inge Harms">weiter lesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick sehen wir Blumen, überall Blumen. Blumen in allen Lebenslagen. Blumen in voller Blüte präsentieren den Sommer. Blüten in leicht vertrocknetem Zustand verkünden den Herbst. Vereinzelte, abgefallene Blütenblätter verweisen auf das Ende der Blühzeit. Die unbearbeitete Leinwand, grobe Jute, erscheint manchmal zwischen den Blüten.</p>
<p>Ursula Helene Neubert liebt das schöne Gefühl, dass Blüten uns vermitteln. Sie fühlt sich „angetörnt“ beim Betrachten von Blumen. Die Erfahrungen des Sehens im Familiengarten und während ihrer langen Spaziergänge setzt sie in Malerei um. Sie lässt sich von der gefühlten Erinnerung führen, die erinnerte Farbgebung führt dabei den Pinsel.</p>
<p>In Korrespondenz zu der Natur sind Blüten in ihrer Malerei  auf den ersten Blick formgebend. Im Akt des Malens vernachlässigt Neubert die exakte, botanische Form, verwischt den Übergang vom Rand der Blütenblätter hin in die Umgebung. Durch den Einsatz von Komplementärfarben bringt sie die Farben ins Flirren. Die Bildwirklichkeit wird zu einer Anlehnung an die Blüten in der Natur.</p>
<p>Blumen schauen uns an, sagt Ursula Helene Neubert. Blüten sind Organe des Sich-zeigens, zitiert sie den Biologen und philosophischen Anthropologen Adolf Portmann. Sie können für uns ein Gegenüber sein, in dem wir uns erkennen;  denn Blüten haben ein Gesicht. Neubert malt die Blüten den Betrachtern zugewandt. So können wir selbst zum Gegenüber der Blumen werden. In seinem Gedicht Rosa Hortensie fragt Rilke, ob das Rosa auch von jemandem angenommen, zärtlich empfangen werde.</p>
<p>Neuberts Blüten sind teilweise bereits verblüht, die Strukturen lösen sich auf und die Farbgebung verändert sich. Abgefallene Blütenblätter erinnern nur noch an die vorherige Blütenform. Die vertrockneten Blätter verlieren an Leuchtkraft, die Farben auf dem Bild sind stumpf, verwaschen.</p>
<p>„Verwaschen wie an einer Kinderschürze,<br />
Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:<br />
wie fühlt man eines kleines Lebens Kürze“,<br />
heißt es in Blaue Hortensie von Rilke, eines ihrer Lieblingsgedichte.</p>
<p>Trotzdem verleiht Neubert den Blüten eine Farbintensität, die an das frühere Leuchten sich anschließt.</p>
<p>In der Opulenz ihrer Bilder zeigt Neubert das Wachsen und<br />
Werden der Blumen, das große Ja, wie Rilke es nannte.<br />
In einem indianischen Sterbelied wird das Leben als Blumenpfad beschrieben: wir werden Blumen pflücken auf unserem Weg.<br />
Neubert begibt sich selbst auf den Blumenpfad. Im Hier und Jetzt greift sie auf ihren Spaziergängen Blüten auf und sammelt sie auf Bändern am Handgelenk. Der Blumenpfad wird zum Blütenband.</p>
<p>Zu Anfang des Sterbeliedes heißt es, wir werden oben gehen, der Milchstraße entlang. Das Leben wird also vom Tod her gedacht, wie auch die Blumen der dunklen Erde entstammen. Entsprechend gehen auch die Farben ihren Lebensweg, malt Neubert Blüten von strahlendem Rosa und Rot bis zum verwaschenen Ocker oder Rost.</p>
<p>Das dialektische Verhältnis zur Natur sah Joseph Beuys in der Rose als Kulturpflanze symbolisiert, die immer wieder neu entworfen und gezüchtet wird. Der Mensch hat sich zwar durch kulturelle Errungenschaften von der Natur emanzipiert, sie den eigenen Wünschen und Bedürfnissen untergeordnet, jedoch hat sich dabei der Umgang mit der Natur ins Zerstörerische entwickelt. Schon Caspar David Friedrich, betont Neubert, hat gesehen, dass die Menschen ihre Motivation für einen behutsamen Umgang mit der Natur verloren haben.</p>
<p>Kann die Kunst einen Anstoß geben, die Balance wieder herzustellen? Das Verhältnis von Natur und Technik zu versöhnen?</p>
<p>Bei einem offenen, verweilenden Blick auf Neuberts Bilder beginnen die Blumen, mit uns zu kommunizieren, fordern uns auf, ihr Rosa anzunehmen. Das Wahrnehmen der im Bild sich zeigenden Gefühle und Erinnerungen funktioniert wie ein Weckruf. Erst durch Anstoß und Erinnerung an etwas Schönes entwickeln wir Sehnsüchte und darüber hinaus Vorstellungen zur Veränderung. So nährt die Kunst unsere Visionen, die privaten und die politischen, und kann so zur Sprengkraft für gesellschaftliche Umbrüche werden. Das Dunkel der Erde und das Noch-nicht der Visionen bilden Räume für Bewegung und Wachstum.  Und so erschließt sich Neuberts Aufforderung, die zum Titel ihrer Ausstellung wurde:</p>
<p>Floreas!  Erblühe!</p>
<p>Welches Geheimnis ist das wichtigste, fragt der silberne König in Goethes MÄRCHEN den alten Mann mit der Lampe.<br />
Das offenbare, antwortet der alte Mann.</p>
<p>Ins Gästebuch der Ausstellung haben begeisterte Besucher geschrieben, dass die Blumenbilder pure Freude auslösten. Diese unmittelbare Anwesenheit von Lebensfreude und Lebensbejahung, die sich in Ursula Helene Neuberts Bildern offenbart, ist zugleich deren Schlüssel und Geheimnis.</p>
<p>Inge  Harms<br />
Juli 2019</p><p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/auf-dem-blumenpfad/">Auf dem Blumenpfad <br><em>Ein Essay von Inge Harms</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vorsicht: Schön! Sigrid Blomen-Radermacher M.A.</title>
		<link>https://www.neubert-malerei.de/vorsicht-schoen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Flores]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 May 2021 18:10:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.neubert-malerei.de/?p=338</guid>

					<description><![CDATA[<p>... <a title="Vorsicht: Schön! Sigrid Blomen-Radermacher M.A." class="read-more" href="https://www.neubert-malerei.de/vorsicht-schoen/" aria-label="Mehr Informationen über Vorsicht: Schön! Sigrid Blomen-Radermacher M.A.">weiter lesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/vorsicht-schoen/">Vorsicht: Schön! <br><em>Sigrid Blomen-Radermacher M.A.</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schönheit in der Kunst, zumal in der Malerei, steht unter Generalverdacht. Zwar war kunsthistorisch gesehen die Schönheit, die zugleich die reine Wahrheit über das Dargestellte vermittelte, ein wichtiger Bewertungsmaßstab in der Malerei. Aber in der zeitgenössischen Kunst wird die Schönheit vermieden. Hier unterliegt sie der Anmutung des schön Gemachten, des Dekorativen und des Seichten. Was die Schönheit für die „hohe“, die „angesehene“ Kunst verdächtig macht. Und so stellt sich die Frage, wie in der Kunst heute Schönheit überhaupt angemessen thematisiert werden kann. Wobei die Definition von Schönheit ja auch uneindeutig ist. Was  in diesem Zusammenhang mit dem Begriff Schönheit in der darstellenden Kunst gemeint ist, ist: sich auf eine harmonisch anmutende Welt zu beziehen, ohne ausschließlich das Zerstörte, Fragmentierte, Verletzte darzustellen. Sich stattdessen auf eine Welt zu beziehen, in der es das Strahlende, Lebendige, Blühende, Unversehrte gibt. Ursula-Helene Neubert bewahrt sich den ungebrochenen Blick auf die Schönheit der Natur. Nur dieser kann letztlich zur Wertschätzung von Pflanzen- und Tierwelt führen. In ihrer Tätigkeit als Künstlerin belässt Neubert es nicht beim bloßen Blick auf die Schönheit und ihrer Wiedergabe. Sie sammelt Elemente des Schönen ein und überträgt sie mit Eitempera und Pigmenten, mit Acryl- und Ölfarben auf Jute, Papier, Holz. Mit einem Armreifen aus Kreppband flaniert sie durch den Wald und über die Wiesen und greift etwas von der Schönheit ab: Blüten, Gräser. Zu Hause aufbewahrt werden sie zur Grundlage eines nächsten Bildes. Ebenso wie die Blumenarrangements, die sie vor sich ausbreitet, um sie malerisch festzuhalten. Es gibt sie durchaus, die wiedererkennbaren Blumenbilder, in denen die Gladiole, die Aster, die Zinnie, der Storchenschnabel, das Gänseblümchen und wie sie alle heißen, zu erkennen sind. Vor allem auf den schmalen Langformaten, deren Grundlage die Blütenarmbänder sind. Da schwelgt die Malerin in der Vielfalt dessen, was die Natur hervorbringt. Vielfalt der Formen, Vielfalt der Farben. So wie sie sie sammelt auf ihren Spaziergängen, so werden die Blüten malerisch gesammelt und gezeigt: wie das Fazit einer Jahreszeit, eines Ortes, eines Momentes. Und vor allem wie eines: das Fazit von Farbe. Denn die steht im Mittelpunkt aller künstlerischen Überlegungen von Neubert. Blumen sind lediglich ein Mal-Anlass.</p>
<p>Es geht Ursula-Helene Neubert um das Spiel zwischen den Farbtönen, wie sie sich miteinander und nebeneinander zueinander verhalten, verändern, verstärken. Es geht ihr darum, welche Farbklänge durch welches Miteinander entstehen.</p>
<p>Wenn man andere ihrer farbgewaltigen, vor Lebendigkeit überschäumenden, explosiven Bilder sieht, mag man es – hier und da – kaum für wahr halten wollen, dass Neubert tatsächlich reale Blumen vor sich sah. So weit hat sie sich von ihnen entfernt und ist ihnen dennoch treu geblieben. Was Neubert dann doch vom Generalverdacht der bloßen Hascherei nach Schönheit befreit und von den – wie im Vorwort von Armin Kaumanns so pointiert genannten – Klischees Kitsch, Lieblichkeit und Dekoration, das ist ihre individuelle technische Vorgehensweise.</p>
<p>Ihre Vorgehensweise: Neubert malt keine traditionellen realistischen Blumenstillleben. Sie überträgt ihr Bild der Blumen überlebensgroß in mehreren Schichten auf die Leinwand. So groß, so überbordend, dass sie häufig genug an den Rändern abbrechen. Damit entwickelt sie eine offene Komposition, die die Grenzen des Bildträgers sprengen und die Grenzen der Fantasie des Betrachters ebenso. Er ist  frei, die Blume „weiter zu malen“, sie in den Raum hinein zu sehen, sie sich entwickeln zu lassen.  Ursula-Helene Neubert behält verlaufende Farbspuren, statt sie zu übermalen. Die Farbspuren erzählen damit vom Entstehungsprozess des Bildes und führen zu einem gewissen Grad an Abstrahierung.</p>
<p>Eine weitere Besonderheit in Neuberts Maltechnik ist der Umgang mit der Grundierung der Jute, die sie häufig für die großen Formate auswählt.  Denn die Malerin entscheidet sich häufig für die ungrundierte Rückseite der Jute. Auf ihr findet sich punktuell die weiße Grundierung, die stellenweise durch das Material gedrungen ist. Der Untergrund wird damit zum Hintergrund, der dem gemalten Blumenarrangement eine ganz eigene Anmutung verleiht.</p>
<p>„Floreas“ hat Ursula-Helene Neubert ihren Katalog genannt. „Floreas“ kann man auf zweierlei Weisen übersetzen: mit „du mögest blühen (oder auch gedeihen)“  bzw. mit „blumig“ (in einer Akkusativform). Neubert hat den Titel mit einem Ausrufungszeichen versehen. Und wo wir gerade bei fremden Sprachen sind: Im spanischen heißt das Ausrufungszeichen signo de admiración, Zeichen der Bewunderung. Und damit schließt sich der Kreis.</p>
<p>©Sigrid Blomen-Radermacher</p><p>The post <a href="https://www.neubert-malerei.de/vorsicht-schoen/">Vorsicht: Schön! <br><em>Sigrid Blomen-Radermacher M.A.</em></a> first appeared on <a href="https://www.neubert-malerei.de">Neubert Malerei</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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